Montag, 2. Januar 2017

Rezension - Die Schwester von Joy Fielding


Joy Fielding
Die Schwester


Roman


Erscheinungstermin: 11. Juli 2016
Die Schwester


Caroline Shipley ist voller Vorfreude, denn ihr Mann Hunter hat sie zur Feier ihres Hochzeitstages in ein Luxushotel in Mexiko eingeladen. Gemeinsam mit ihren beiden kleinen Töchtern reisen sie an und beziehen ihre komfortable Suite. Doch was als paradiesischer Aufenthalt geplant war, wandelt sich zum tiefen Trauma in Carolines Leben, von dem sie sich nie erholen wird – denn eines Abends wird die zweijährige Samantha aus der Suite entführt und bleibt für immer verschwunden. Caroline zerbricht beinahe an dem Verlust und muss sich auch noch den Verdächtigungen der Presse stellen, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Die Jahre vergehen, und irgendwann gibt Caroline selbst den letzten Funken Hoffnung auf, dass Samantha doch noch am Leben ist. Bis sie eines Tages den Anruf einer mysteriösen jungen Frau erhält, die behauptet, ihre verlorene Tochter zu sein – und damit einen Strudel von Ereignissen auslöst, der Caroline die schockierende Wahrheit darüber offenbart, was wirklich geschah in jener heißen Sommernacht in Mexiko ...







Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten - 19,99 €
Kindle: 449 Seiten - 15,99 €

Verlag: Goldmann Verlag (11. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442312728
ISBN-13: 978-3442312726
Originaltitel: She's not there





Ich habe lange Zeit gebraucht, um die Geschichte zu verdauen.
Für Eltern ist die Welt nie leicht, denn sie kann einfach so aus den Fugen gerissen werden. Innerhalb von Sekunden kann das Leben, wie man es kennt, zusammenbrechen und verschwinden
Und als ob so etwas nicht reicht, trampeln Menschen auf ihnen rum, um sie zu verurteilen und ihnen die Schuld an allem zu geben.
Doch wahrscheinlicher ist, dass sie sich die größten Vorwürfe der Welt machen. Auf für Dinge, für die sie nichts können und die sie auch nie hätten beeinflussen können.
Das Leben kann wunderschön oder aber ein größer Schmerz sein und meistens kann man es sich nicht aussuchen, sondern es wird von anderen entschieden.


In dieser Geschichte geht es um eine Mutter. Sie heißt Caroline.
Gemeinsam mit ihrem Mann reist sie nach Mexiko, um dort ihren Hochzeitstag zu feiern.
Auch ihre Kinder sind mit ihnen dort. Michelle und Samantha.
An einem Abend beschließen sie, in das Restaurant zu gehen, welches vor dem Hotel ist. Es tauchen Probleme auf. Die Babysitterin taucht nicht auf.
Doch Carolines Mann will unbedingt zu diesem Essen und überredet seine Frau.
Sie hat Gewissensbisse und so geht einer von ihnen immer wieder hinauf, um zu schauen, ob es den Kindern gut geht.
Nach dem Essen gehen sie hinauf. Caroline bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Sie geht zu ihren Kindern.
Doch nur eins ist da.
Ihre Tochter Samantha ist verschwunden und niemand im Hotel hat sie gesehen.

Nun sucht die Polizei und sie selbst nach ihr, doch ..... nichts.

Caroline wird von den Medien in 1000 Teile zerfetzt und ist am Boden zerstört.


15 Jahre später ist sie von der Vergangenheit zerstört. Sie suchte Jahr für Jahr weiter. Ihre Ehe ist zerstört. Ihre Tochter Michelle und sie haben keine besonders gute Beziehung zueinander.
Und im Beruf läuft es auch nicht so, wie sie es sich erhofft.


Als sie gerade dabei ist, alles langsam zu verarbeiten, bekommt sie einen Anruf von einem Mädchen.
Sie sagt, sie glaube, sie heiße Samantha und sei ihre Tochter.
Alles geht erneut von vorn los. Die Medien stürzen sich darauf und Carolines Gefühle geraten erneut durcheinander.
Was soll sie glauben?
Und was ist tatsächlich geschehen.... damals in Mexiko?


Eine wahnsinnig emotionale Achterbahnfahrt beginnt.
Ich war sehr getroffen von der Geschichte und mit ihrem Verlauf und vor allem dem Ausgang hätte ich nie gerechnet.
Zu lesen, wie schnell ein einziges Ereignis oder eine falsche Entscheidung das Leben beeinflussen und sogar zerstören kann, hat mich aufgewühlt. Diese Geschichte ist so ergreifend, emotional und schwer zu fassen.
Sie hat einige Ähnlichkeit mit einem Fall, der vor einigen Jahren in der Presse kursierte.
Daran habe ich am Anfang der Geschichte sofort denken müssen. Doch erst im Buch begreift man, wie sich die Eltern fühlen müssen.
Es ist schwer zu begreifen, welche seelische Belastung so eine grausame Tat für alle Beteiligten mit sich bringen kann.



Dazu kann ich auch noch sagen, dass nicht nur die Themenauswahl gut war. Joy Fieldings Schreibstil war wieder sensationell und ich kann sagen, dass ich es als ihr bestes Buch von meiner Sicht aus deklarieren kann. Es war fesselnd, ich konnte mich in jede einzelne Person in diesem Buch hineinversetzen und verstehen. Außerdem habe ich viele Taschentücher verbraucht und sogar im Laufen gelesen, damit ich es endlich beenden kann, um zu wissen, wie es Caroline ergeht.

So etwas schaffen nur wenige.


Es war eines meiner Highlights im Jahr 2016.